Eine Überdosis Nostalgie

Warum überhaupt ein Marathon? Warum Marathon Paradiso?

In letzter Zeit ist ein Hype um Tango Marathons entstanden. Überall gibt es Encuentros, Marathons, sprich organisierte Tango-Wochenenden für soziales und gepflegtes Tangotanzen. Warum jetzt also auch noch ein weiterer Marathon? Und dann ausgerechnet in Ludwigshafen, einer Stadt, die auf den ersten Blick nicht viel zu bieten hat? Das könnte man sich fragen und ehrlich gesagt, ja, so habe ich auch gedacht.

Denn: Mit Tango verbinde ich nicht unbedingt oder nicht nur eine “gesellige Freizeitgestaltung”. Es ist vielmehr ein Lebensgefühl. Ein Gefühl der Romantik, der Verspieltheit, der Sinnlichkeit, der Geschichte und der Liebe. Ein Gefühl, das einen überkommt, wenn man nach einem guten Film mit wunderschöner Musik das Kino wieder verlässt (ich denke an Klassiker wie ‚Doktor Schiwago‘ oder ‚Vom Winde verweht‘). Solche Filme erzeugen ein Gefühl der Erinnerung und Nostalgie. Und genau das verbinde ich mit dem Tango und suche es intuitiv. (Ende der 80er Jahre hat mich der Film ‚SUR‘ mit der Musik von Piazzolla zum Tango gebracht…)

Für dieses reizvolle Gefühl braucht es die richtige Kulisse. Einen Ort, an dem alte Vinyl-Schallplatten wie zum Inventar gehören, einen Ort mit Geschichte, einen Ort, der nach Tango nur so schreit.

Mit dem Cinema Paradiso & Arte (mitten im eher tristen Ludwigshafen) glaube ich, einen solchen Ort gefunden zu haben. Ein Ort, der bei mir das Gefühl auslöst, wie in einem Film in einer anderen Zeit zu tanzen. Dieses Gefühl hat mich dazu veranlasst, einem Marathon im Cinema Paradiso & Arte zuzustimmen.

Es geht nicht darum, einen Marathon zu machen, um einen Marathon zu machen. Nicht darum, Vinyl zu spielen, um Vinyl zu spielen. Es geht darum, in diese Welt, in diese andere Zeit eintauchen zu können, sich quasi eine „Überdosis“ von diesem Gefühl und diesem Flair zu gönnen.

Mehr Informationen unter www.marathonparadiso.de

© Copyright 2019 Emile Sansour

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